Bitte um Stellungnahme der Fraktionen: Warum sind die Gebühren so hoch?

Da die (aus Sicht der Queerulanten) absurde Regelung der hohen Gebühren bei Eintragung einer Lebenspartnerschaft und das Verbotsschild vor dem Standesamt “Homos müssen draußen bleiben” nicht in unserer Definition von Gleichberechtigung passt, haben wir allen Fraktionen im Gemeinderat in Reutlingen einen Brief zukommen lassen.

In diesem Brief stellen wir uns als Gruppe vor, legen unser Standpunkt zu dieser öffentlichen Diskriminierung dar und bitten um Stellungnahme der Partei. Was daraus wird wissen wir nicht bzw. ob die Parteien überhaupt auf unseren Brief reagieren.

Hier der Brief an die einzelnen Parteien:

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir, die Queerulanten haben uns zusammengefunden um dem Hass gegen Transsexuelle und Homosexuelle entgegenzutreten. Ausschlaggebend hierfür waren Übergriffe auf
homosexuelle Besucher/-innen in der Zelle in Reutlingen Anfang des Jahres 2009.
Schockiert über diese Gewalt, traurig über eine weitgehend entpolitisierte schwul-lesbische Bewegung und verwundert über eine Gesellschaft, die anscheinend keinen Platz bietet für
Menschen, deren Identität sich der heterosexuellen Norm verweigert, haben wir uns dazu entschlossen, der Trans- und Homophobie entgegenzutreten.

Wer nicht ins gängige Hetero-Muster passt muss in Reutlingen und anderswo mit physischer und psychischer Gewalt rechnen. Dem wollen wir durch unsere Aktionen Einhalt gebieten.

Im Reutlinger Generalanzeiger war am 14.07.2009 zu lesen:

„200 Euro müssen Schwule und Lesben hinblättern, wenn sie in Reutlingen den Bund fürs Leben schließen wollen. Eine stattliche Gebühr, denn die Eheschließung von Hetero-Paaren
ist für ein Fünftel des Preises zu haben. Reutlingen ist damit eines der teuersten Pflaster für Gleichgeschlechtliche, während die Landeshauptstadt konkurrenzlos billig ist. »Gleichgestellt« sind Schwule und Lesben an keinem dieser Orte: Während reguläre »Ehen« im örtlichen Standesamt geschlossen werden, müssen gleichgeschlechtliche Paare in die
Landratsämter auswandern.“

Aus unserer Sicht stellt diese Gegebenheit eine eindeutige Form der Diskriminierung von homosexuellen Lebensgemeinschaften von offizieller Seite dar welche auf örtlicher bzw.
Kreisebene festgelegt wurde. Wir können uns nicht vorstellen, dass dieses Vorgehen mit Billigung Ihrer Fraktion zustande kam. Wir fordern Sie hiermit auf, dieser sinnlosen Ungerechtigkeit entgegen zu treten und bitten Sie uns den Standpunkt Ihrer Fraktion bzw. Partei (lokal) darzulegen. Über eine baldige Antwort würden wir uns freuen.

gez.

Die Queerulanten

  Queerulanten-Schreiben an die Fraktionen (49.9 KiB, 380 hits)

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