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Hohe Gebühren: Die Freie Wähler Vereinigung aus Reutlingen hat geantwortet

Freitag, 11. September 2009 von sumisu

Nun hat der Brief der Freien Wähler Vereinigung endlich auch seinen Weg in unser Briefkasten gefunden. Ihr erinnert euch warum? Wir haben die Parteien im Stadtrat gebeten, Stellungnahme zu beziehen warum die Gebühren bei einer Eintragung einer Lebenspartnerschaft viermal so hoch sind und warum gleichgeschlechtliche Paare vor geschlossenen Standesamttüren stehen.

Als ich den Brief voller Erwartungen öffnete ;-) , musste ich bereits nach den ersten zwei Sätzen gähnen. Und wo bleibt die Stellungnahme der Partei? Naja, hier der Inhalt des Briefes:

Besten Dank für Ihr Schreiben, gerne legen wir Ihnen unseren Standpunkt dar.
Der Gesetzgeber unterscheidet zwischen der Ehe als historisch-rechtlich gewachsener Institution und der eingetragenen Lebenspartnerschaft. Letztere fungiert als Zeichen dafür, dass in unserer Gesellschaft andere Lebensformen akzeptiert werden. Beide Arten des Vertrages werden vom Gesetzgeber definitiv getrennt gehandhabt.
Zum rechtlichen Vollzug der Eheschließung hat das Land Baden-Württemberg die Gemeinden ermächtigt, welche ein Standesamt führen. Die Zuständigkeit für eingetragene Lebenspartnerschaften liegt per gesetzlicher Maßgabe bei den Landratsämtern, welche diese Verträge vollziehen und dafür auch die Gebühren festlegen.

So jetzt wissen wir warum wir nur im Landratsamt “heiraten” dürfen. Was die FWV dazu denkt, lässt sich “nur” erahnen. Vielleicht sollte das Landratsamt mal Qualitätsmanagement betreiben um Ihre kosten zu optimieren und somit die Gebühren senken zu können…

Aber wie Mensch schon bei diversen Kommentaren auf unserer Seite lesen konnte, sollte es uns ja egal sein wie hoch die Gebühren sind und wo wir “heiraten”, schließlich zählt einzig und alleine nur der Beweis der Liebe ;-) ! Oder geht es doch vielleicht ums Prinzip?

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Stellungnahme der Fraktion Die Grünen und Unabhängigen im Reutlinger Gemeinderat

Montag, 24. August 2009 von Kangaroo MusiQue

Und nun erreichte uns die erste Stellungnahme zu unserer Anfrage bezüglich der hohen Gebühren bei Eintragung einer Lebenspartnerschaft in Reutlingen – und zwar von der Fraktion Die Grünen und Unabhängigen im Reutlinger Gemeinderat.

Und hier nun also das Schreiben  der Grünen von Dr. Peter Hört (Stadtrat) und Rainer Buck (Sprecher Gemeinderatsfraktion/Kreisrat):

Liebe Queerulanten,

vielen Dank für Ihren Brief, in dem Sie auf die Situation von Transsexuellen und
Homosexuellen aufmerksam machen. Uns ist der erwähnte Vorfall bekannt, und wir möchten
ihnen versichern, dass wir Übergriffe, Drohungen und Diskriminierungen gegenüber
Minderheiten generell ernst nehmen. Die Reutlinger Grünen und Unabhängigen engagieren
sich für eine offene und demokratisch strukturierte Stadt, in der sich alle
Bevölkerungsgruppen gleichermaßen sicher fühlen können.
Sie wissen vielleicht, dass wir – als einzige Reutlinger Gemeinderatsliste – die Situation von
gleichgeschlechtlich orientierten Menschen in unserem Programm zur Kommunalwahl
ausdrücklich erwähnt haben. Dementsprechend werden wir jederzeit, das, was als
Gemeinderatsfraktion in unserer Macht steht, dazu beitragen, dass Schwule, Lesben und
Transsexuelle sicher und diskriminierungsfrei in unserer Stadt leben können.
Wir begrüßen ausdrücklich Ihr Engagement im Sinne Ihres Schreibens und bitten Sie, nicht
davor zurückzuschrecken die Öffentlichkeit über Gewalt(androhung), aber auch über die
„kleinen“ alltäglichen Diskriminierungen zu informieren.

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Diskriminierend: Hohe Gebühren bei Eintragung einer Lebenspartnerschaft in Reutlingen

Dienstag, 04. August 2009 von Kangaroo MusiQue

Im Reutlinger Generalanzeiger (Gea) erschien am 14.07.2009 ein Artikel zum Thema: Hohe Gebühren bei Eintragung einer Lebenspartnerschaft. Der Originalartikel kann im Archiv des Gea nachgelesen werden. Wir haben ihn hier auch noch einmal veröffentlicht.

Heiraten – Warum Männlein mit Weiblein in Reutlingen billiger wegkommen als Schwule und Lesben

Teures Gelübde im Landratsamt

REUTLINGEN. 200 Euro müssen Schwule und Lesben hinblättern, wenn sie in Reutlingen den Bund fürs Leben schließen wollen. Eine stattliche Gebühr, denn die Eheschließung von Hetero-Paaren ist für ein Fünftel des Preises zu haben. Reutlingen ist damit eines der teuersten Pflaster für Gleichgeschlechtliche, während die Landeshauptstadt konkurrenzlos billig ist. »Gleichgestellt« sind Schwule und Lesben an keinem dieser Orte: Während reguläre »Ehen« im örtlichen Standesamt geschlossen werden, müssen gleichgeschlechtliche Paare in die Landratsämter auswandern.

Christoph Michl, Organisator des Christopher- Street-Days in Stuttgart und so etwas wie die Speerspitze der baden-württembergischen Schwulen-Bewegung, spricht von »offener Diskriminierung«.

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